Rheinbreitbach. "Den Göttern sei Dank! Tengri und Etügen haben den Windgöttern endlich befohlen, die Schleusen des Himmels zu schließen!" Erleichtert atmete die Schamanin der 1. Breitbacher Hunnenhorde am Samstagnachmittag auf, als der starke Regen endlich aufhörte. Ihren Wetterfröschen vertrauend, hatte Ayami dem Breitbacher Attila besseres Wetter als im Vorjahr versprochen. Da hätten sie anhaltende Regengüsse schon den Kopf kosten können, hat "Väterchen" sein scharfes Katanenschwert doch stets griffbereit.
"Am Freitag sind wir im Park der Oberen Burg beim 9. Sommerlager noch richtig ins Schwitzen gekommen. Und auch heute Morgen sah es nicht nach einem solchen Unwetter aus", berichtete Dieter Schmelzer, der die Truppe eurasischer Steppenreiter am "Tor zum Siebengebirge" 1997 ins Leben gerufen hatte und ihr seitdem als Attila vorsteht. Mit den Fürsten Monschuk, Editon, Belisar und Skota hatte er an seiner Prunktafel Platz genommen, die sich unter den Obstschalen und Weinkelchen bog. Währenddessen drängten sich nicht nur Attilas Krieger unter den großen Schirmen. Trotz des strömenden Regens waren viele Gäste da. Die Unkeler und Mittelrhein-Hunnen aus Erpel erweisen dem Breitbacher Attila ihre Ehrerbietung, ebenso "Steppenadler", Sindorfer und Jüngerather Hunnen sowie Stämme aus Pölsen und Aachen, aus Köln und Porz.
Selbst "aus dem Land, das dem Meer abgewonnen wurde", waren Überlebende der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern angereist. Und natürlich hatte der Elbenlord sein Lager mit der Pfeil- und Bogen-Schule aufgeschlagen, bei der nach erfolgreicher Jagd ein Edelstein als Belohnung winkte.
"Vor zwei Jahren sollen bei meinem Sommerlager krieger in dem hohen Gebirge, das wir auf unserem Gebirge,, das wir auf unserem Zug nach Rom vor Jahrhunderten überwunden haben, einem runden Ball hinterhergelaufen sein, um ihn einen eckigen Kasten zu treten", so Attila.
Er ergötzte sich an den Bauchtanzkünsten fremder Sklavinnen, die ihm von Gastfürsten zugeführt wurden. Diese wiederum wurden mit einem Trunk edlen Weines aus einem der bauchigen Goldpokale willkommen geheißen. Aber auch Ayami wurde bedacht. "Da hast dich auf unserem Lagerfest sehr für uns eingesetzt, so dass wir dir zum Dank einen weisen Kauz als Geschenk mitgebracht haben", erklärte Fürst Maama von den Sindorfer Hunnen.
Mit ihrem neuen Weissager, der sich zu der Fuchs-Stola gesellte, verschwand die Schamanin direkt in ihrem Zelt, um an okkulter Stätte die Schulterblätter eines jungen Schafes ins Feuer zu werfen. "Reineke und Kauz werden mit helfen, die durch die Hitze entstanden Risse in den Knochen richtig zu deuten", war sich Ayami sicher, die sich nicht noch eine Fehlmeldung nachsagen lassen wollte.
Währenddessen unterhielt der Musikzug "Historische Schützen" Köln die Horden. Am Abend spielte die Band "Kamede Meecher" von der anderen Rheinseite. khd
Fotos: Oswald Berwian